Datenschutz unterm Weihnachtsbaum
- Written by Stephanie Vogel
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Wie jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit beginnt die Suche nach den Geschenken für die Lieben oder sich selbst aufs Neue. Im Bereich der medialen Unterhaltung gibt ein Vielzahl an potentiellen Möglichkeiten für ein schönes Geschenk, sei es ein Smartphone oder eine dazugehörige Armbanduhr mit Widgets. Aktuell sind solche Kommunikationsmittel mit integrierten Fitness- oder GPS-Tracker nicht mehr weg zu denken.
Laut Werbeversprechen sollen die Uhren helfen de Alltag effektiv zu regeln und dabei die gesundheitlichen Aspekte zu beachten. Es werden dafür eine Vielzahl an Apps angeboten, welche unterschiedliche Datenschutz-Berechtigungen benötigen.
Teilweise wasserdicht und stoßresistent können die Geräte fast überall im Alltag eingesetzt werden. Wir haben für Sie den Tagesablauf mit einem solchen Multimediabegleiter zusammengefasst, dass Sie bestens auf ein derartiges Geschenk vorbereitet sind:
6:30 Uhr – Zeit zum Aufstehen: Nach der Schlafanalyse beginnt der Morgen mit einer schlafphaseninduzierten Wecktechnik zu Ihrem Lieblingslied (anhand einer Auswertung wird für ein besonders entspanntes Auswachen gesorgt).
6.35 Uhr – Zähneputzen: Beim Zähneputzen fällt auf, dass der Borstenkopf der elektrischen Zahnbürste recht abgenutzt ist, was auch bereits die Bluetoothfunktion der zugehörigen App gemeldet hat, um den Bestellvorgang eines neuen Aufsatzes zu beschleunigen kann ein kleiner Knopf aktiviert werden und die Bestellung über das Versandhaus ist abgeschlossen.
7:00 Uhr – Wetterinformationen: Zur Tagesplanung können Informationen des aktuellen Wetters direkt vom Standort abgerufen werden, um wettermäßig richtig eingekleidet zu sein.
8:15 Uhr – Eintreffen der ersten E-Mails: Die Kalendereinträge und die Termine in den Mails werden automatisch übernommen – dabei ist zu hoffen, dass es sich nicht um Werbeveranstaltungen handelt.
12:30 Uhr – Mittagspause: In der Mittagspause können die aktuellen und standortbezogenen extra für den Nutzer anhand seiner Gewohnheiten zusammengestellten Nachrichtenmeldungen abgerufen werden.
18:00 Uhr – Heimfahrt von der Arbeit: Bereits vor Feierabend wird eine Prognose hinsichtlich des Verkehrs aufgestellt und der Ankunftszeit ermittelt. Auch beim Autofahren kann das Smartphone bzw. das Armband durch Spracherkennung genutzt werden.
18:30 Uhr – Vorbereitung eines Geschenkkalenders: Die beim Spaziergang in der Mittagspause gemachten Fotos werden für den späteren Ausdruck mit den gps-standort-getrackten Bildern in eine Cloud übermittelt und von dort an den Druckanbieter gesendet.
19:30 Uhr – Joggen: Zur Erhaltung der vitalen Fähigkeiten werden in regelmäßigen Abständen auf tiefes Luftholen hingewiesen oder die verbrauchten Kalorien in ein Verhältnis gesetzt zur körperlichen Anstrengung gemessen. Zur Unterstützung der Gesundheitsermittlung werden jederzeit Körperfunktionen wie Schritte und Puls gemessen auch die Joggingrunde wird dabei erfasst, um ein konkretes Bewegungsprofil zu erstellen.
19:45 Uhr – Wocheneinkauf: Beim Einkaufen werden im Vorfeld Werbeanzeigen geschaltet bzw. Aktions- und Rabattinformationen für den treuen Kunden übermittelt und Punkte für Bonussysteme vergeben. Damit die Ergebnisse für das Kaufverhalten noch individueller angepasst werden können, wird das Kaufverhalten ausgewertet.
Bei der Anschaffung eines Multimediagerätes zur Datenerfassung für private Zwecke sollte auch neben der Vorfreude unterm Weihnachtsbaum eine Überprüfung der Datenerfassung stattfinden. Es sollte nur eine möglichst restriktive Freigabe erfolgen, da man sonst leicht den Überblick über die preisgegebenen Daten verliert. Die Erfassung der Daten ist natürlich abhängig von den technischen Möglichkeiten und den Einstellungen. Im Rahmen der EU-Datenschutz-Grundverordnung werden die Anforderungen, gerade was die datenschutzkonforme Technikgestaltung angeht zukünftig an konkrete Regelungen gebunden sein. Inwieweit dies Auswirkungen auf die bisherige Praxis hat bleibt abzuwarten.